Jahrespressegespräch: MWB setzt auf Wohnqualität und schafft neue Arbeitsplätze

Noch mehr Serviceleistungen für die Mitglieder, hohe Investitionen in die nächste Modernisierungsrunde der Wohnungsbestände und Mietwohnungsbau dort, wo er sinnvoll ist – das ist die derzeitige Strategie der Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB).

Eine Neuerung gab es gleich zu Beginn des Jahrespressegesprächs in der MWB-Geschäftsstelle an der Friedrich-Ebert-Straße: Neben dem MWB-Vorstandsvorsitzenden Frank Esser und seinem Kollegen Jürgen Steinmetz begrüßte nun auch Dominik Steffan, seit 1. Juli 2018 drittes Vorstandsmitglied der Genossenschaft, die anwesenden Journalisten. Der gelernte Bilanzbuchhalter Dominik Steffan ist seit Anfang 1997 für die Genossenschaft tätig, bereits seit mehreren Jahren als Mitglied der MWB-Geschäftsleitung und Finanzchef.

„Die Vergrößerung des Vorstandes war nötig“, so Frank Esser. „Denn MWB ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, und wir rechnen in Zukunft auch mit weiterem Wachstum.“

Bauen für Geringverdiener: Leichter gesagt als getan

Mit diesem Wachstum meint Esser aber nicht ein reines Wachstum des Bestandes an Mietwohnungen. Die Baukosten sind nämlich in den letzten Jahren so massiv gestiegen, dass man die entsprechenden Projekte sehr genau auswählen muss.

„Leider ist Wohnungsbau heute durch die gesetzlichen Vorgaben so teuer, dass Kaltmieten unterhalb von 8,50 Euro je Quadratmeter ohne öffentliche Förderung nicht mehr zu erreichen sind“, so Esser. „Realistisch sind oft eher über 10,00 Euro je Quadratmeter.“ Viele MWB-Mitglieder könnten sich solche Mieten kaum leisten.

Mitgliederbefragung gibt strategische Linie vor

Im Jahr 2017 hatte MWB das Forschungsinstitut InWIS damit beauftragt, eine anonyme Kundenzufriedenheitsanalyse durchzuführen. Hervorragen-de Bewertungen erhielten Erreichbarkeit, Service und Auftragserledigung bei MWB – das gilt sowohl für den Mieterservice wie auch für die Abteilung WEG- und Immobilienverwaltung.

Gewünscht wurden aber weitere Verbesserungen im Wohnumfeld und in den Wohnungen. Auch die Angst vor Einbrüchen ist gerade bei Älteren groß. Als Antwort darauf ist MWB eine Kooperation mit der Polizei Essen/Mülheim eingegangen und arbeitet nun auch mit einem Mülheimer Fachbetrieb für Sicherheit und Einbruchsschutz zusammen.

„Weil das vielen Mitgliedern besonders wichtig war, haben wir als Konsequenz aus den Umfrageergebnissen ein Malerteam geschaffen, das nun Schritt für Schritt die Treppenhäuser renoviert“, so Frank Esser. „Zudem werden wir Bestände weiter modernisieren und den heutigen Wohnwünschen anpassen.“ Ihm ist es wichtig zu betonen, dass alle MWB-Gebäude schon mindestens einmal modernisiert wurden. „Aber da wir 5.000 Wohnungen bewirtschaften, ist diese Aufgabe natürlich nie abgeschlossen. Turnusmäßig kommt jedes Gebäude wieder an die Reihe.“ Gut 9,31 Millionen Euro, also 27,95 Euro je Quadratmeter, hat die Genossenschaft allein im Jahr 2017 in ihre Wohnungsbestände investiert.

Bauträgergeschäft sehr erfolgreich

Gewonnen werden die Mittel dafür auch über die weiteren Unternehmensbereiche, die MWB in den vergangenen Jahren geschaffen hat: Insbesondere das Bauträgergeschäft erlebt einen Boom.
„Als Genossenschaft messen wir unseren Erfolg nicht einfach am erwirtschafteten Gewinn“, betont Esser. „Aber andererseits müssen wir nun einmal Gewinne erwirtschaften, um die günstigen Mieten für unsere Genossenschaftsmitglieder weiter finanzieren zu können.“ Dazu trägt das MWB-Bauträgergeschäft bei, wie Esser betont.

Im Fünter Hof in Mülheim-Heißen haben bereits alle Häuser Käufer gefunden, und auch das Interesse an den Eigentumswohnungen beim zweiten Bauabschnitt der Gartenhöfe Saarn ist groß. In den kommenden Jahren will MWB unter anderem an der Scheffelstraße in Eppinghofen weitere Eigenheime bauen. „Viele junge Familien wollen in Mülheim leben und suchen das passende Haus“, so Esser. „Wir denken, dass ein vielfältiges Wohnraumangebot der Stadt guttut.“

Stadtentwicklung als Aufgabe

Mit ihren großen Projekten betrachtet sich die Wohnungsgenossenschaft zwangsläufig auch durch die Brille des Stadtentwicklers. So wird das StadtQuartier Schloßstraße zwangsläufig ein prägendes Gebäude in Mülheims Innenstadt werden.

„Wir liegen im Zeitplan und rechnen mit einer Fertigstellung in der ersten Jahreshälfte 2019“, so MWB-Vorstand Jürgen Steinmetz. „Die Innenausbauten werden dann noch einmal etwas Zeit kosten. Aber bis zum 30. Juni 2019 werden wir mit dem gesamten MWB-Team dann in unsere neue Geschäftsstelle einziehen können.“ Mit der Verteilung der über 80 MWB-Mitarbeiter auf drei verschiedene Gebäude soll dann endgültig Schluss sein.

Auch auf dem Lindgens-Areal geht es voran. Rund 200 Wohnungen sollen hier entstehen, darunter auch ein Anteil von Sozialwohnungen. „Immerhin konnten wir inzwischen die alten Fabrikhallen abreißen, bei denen immer unstrittig war, dass sie nicht unter Denkmalschutz stehen“, sagt Steinmetz. „Nun hoffen wir darauf, dass der abgesagte städtebauliche Wett-bewerb im Herbst starten kann.“ Als problematisch in Bezug auf die Anschlussnutzung sieht Steinmetz unverändert das alte Kesselhaus und den maroden Schornstein auf dem Gelände. „Hier führen wir weiter Gespräche mit dem Landschaftsverband Rheinland.“

Markantes Projekt jenseits von Mülheims Stadtgrenzen ist das neue Projekt, das die Genossenschaft für das Deutsche Rote Kreuz umsetzt: An der Wernerstraße in Oberhausen wurde die ehemalige Josefschule abgerissen, im Herbst 2018 soll dort der Bau einer Wohn- und Pflegeeinrichtung für Senioren beginnen. 95 neue Pflegeplätze sollen dadurch in Mülheims Nachbarstadt entstehen. „Dass man uns solche Projekte inzwischen ohne zu zögern zutraut, haben wir uns hart erarbeitet“, so Jürgen Steinmetz. „Das Deutsche Rote Kreuz ist zudem ein verlässlicher Partner. Wir meinen, dass das verbesserte, moderne Pflegeangebot über Stadtgrenzen hinweg für die Region wichtig ist.“

Erfolgreiches Geschäftsjahr, weniger Überschuss

MWB-Vorstandsmitglied Dominik Steffan berichtete:„Wirtschaftlich gesehen war auch 2017 ein erfolgreiches Geschäftsjahr für die Genossen-schaft. Es konnte ein Jahresüberschuss in Höhe von 2,1 Mio. Euro erzielt werden.“ Dieser liege zwar unter dem Vorjahreswert. „Jedoch muss man berücksichtigen, dass im Jahr 2016 mit dem Ruhrquartier eine große Bauträgermaßnahme abgerechnet wurde.“

Die Zahl der Mitglieder hat sich im vergangenen Jahr um 140 auf nunmehr 9041 erhöht. Die durchschnittliche Wohnungsmiete liegt bei 5,53 Euro je Quadratmeter und befindet sich damit, bezogen auf den gesamten Woh-nungsbestand, immer noch knapp unter dem Niveau der Bewilligungsmiete für öffentlich geförderten Wohnungsbau.

Die Leerstandsquote beträgt 1,8 Prozent, die Hälfte hiervon entfällt auf den sogenannten modernisierungsbedingten Leerstand. „Dies sind Erlösschmälerungen bei Wohnungen, die vor der Wiedervermietung modernisiert werden, beziehungsweise die dem heutigen Zeitgeist angepasst werden“, so Dominik Steffan.

Aber auch im schwierigen, weil hart umkämpften Bereich der Wohnungseigentums- und Fremdverwaltung kann MWB eine positive Geschäftsentwicklung verzeichnen. „Mit über 2.200 Einheiten in der Verwaltung sind wir mittlerweile einer der größten Verwalter in der Stadt. Wir sind sicher nicht der günstigste Verwalter, aber was unser Portfolio betrifft sicher einer derjenigen der das größte Leistungsspektrum anbieten kann.“

Vom Fensteraustausch bis zur umfangreichen Objektsanierung, betont Steffan, kann die Genossenschaft viele Leistungen anbieten, die nicht zum Angebot anderer Immobilienverwalter gehören. „Darüber hinaus profitieren unsere Kunden von den vielen Rahmenabkommen, die die Genossenschaft mit den unterschiedlichen Dienstleistern hat. Beispielhaft ist der Bereich Versicherung: Hier können Ersparnisse von im Einzelfall bis zu 50 Prozent realisiert werden.“

 

Kampagne ‚ #Genossen wohnen‘ mit Leben erfüllt

Frank Esser sieht es so: „Mit dem, was wir machen, füllen wir unsere Imagekampagne ‚#Genossen wohnen‘ mit Leben. Sie passt zu uns und wird in Mülheim gut angenommen. Niemand ist bisher zu uns gekommen und hat gesagt, ‚das seid ihr doch gar nicht‘.“ Esser formuliert als Ziel für die kommenden Jahre: „Mitgliedernähe, Vielfalt und unser nachhaltiges Geschäftsmodell sollen Hand in Hand gehen. Wir fühlen uns als genossenschaftlicher Immobiliendienstleister wohl.“

 

Bild 1: MWB-Vorstand: Jürgen Steinmetz, Vorsitzender Frank Esser, stellvertretendes Vorstandsmitglied Dominik Steffan (v.l.)

Bild 2: Jahrespressegespräch: Vielfältige Themen, von Modernisierungsanstrengungen bis zu Stadtentwicklung und Bauträgergeschäft.