10.000 Euro für die künstlerische Gestaltung einer Fassade – über diesen Preis kann sich ein Künstlerinnen-Kollektiv bestehend aus Mareike Engelke, Caro Kather und Ruth Zadow freuen. Die Stadt Mülheim an der Ruhr und die Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB) hatten den Wettbewerb ausgelobt und eine fachkundige Jury zusammengestellt. Die Beteiligung war groß, die Einreichungen facettenreich.
Kunst im öffentlichen Raum macht Städte bunter, zeigt Vielfalt und regt zum Nachdenken an. An der Zeppelinstraße in Mülheim an der Ruhr gibt es an einem neu errichteten Wohngebäude der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft MWB eine frische, weiße Fassade, die für solche Fassadenkunst perfekt geeignet ist. Um regionale Künstler*innen zu fördern, hatten MWB und die Stadt Mülheim an der Ruhr den Wettbewerb zur künstlerischen Gestaltung dieser Fassade ausgelobt.
Insgesamt 19 Bewerbungen waren im Rahmen des Wettbewerbs eingereicht worden. So hatte die Jury eine große und vielfältige Auswahl kreativer Entwürfe zu bewerten. Die Entscheidung fiel der Jury angesichts der Vielzahl der Einreichungen nicht leicht.
„Es war eine sehr wertschätzende Jury-Sitzung und wir freuen uns nun, dass wir zügig in die Umsetzung starten können mit dem Gewinnerentwurf“, sagt Frank Esser, Vorstand der MWB und Jury-Mitglied.
Auch Dr. Daniela Grobe, Beigeordnete für Kultur und Soziales der Stadt und Jury-Mitglied, betont die Bedeutung des Wettbewerbs: „Eine große Vielfalt an Bewerbungen ist eingegangen und wir als Stadtverwaltung danken der MWB, dass sie mit dem Preisgeld diesen Prozess erst ermöglicht hat.“
Die Jury hat sich schließlich für den Siegerentwurf entschieden, da die drei Künstlerinnen in ihrer künstlerischen Idee die Geschichte des Ortes – eine ehemalige Gärtnerei – mit der Vision eines gemeinsamen gesellschaftlichen Wachsens verbinden. Gleichzeitig greifen sie die sprachliche Vielfalt in Mülheim an der Ruhr auf und übersetzen diese in eine zeitlose Formen-sprache. Die Jury würdigte insbesondere die gesellschaftliche Relevanz und die nachhaltige Aussagekraft des Konzepts.
Neben n dem Gewinnerentwurf wurden fünf weitere Arbeiten für ihre Qualität ausgezeichnet und mit einer Aufwandsentschädigung von jeweils 250 Euro prämiert. Dies sind:
• ein Kollektiv mit Sophia Capone, Niklas Dachmann, Sebastian Freytag und Pia Jodeleit, das mit einem partizipativen Ansatz überzeugte,
• Silvia Dierkes mit einem farbenfrohen und ästhetisch gestalteten Entwurf,
• Marc Henning und Jan Hermann, deren Arbeit durch abstrakte Formen und fröhliche Farbgebung bestach,
• David Hufschmidt, dessen Entwurf die Architektur des Ortes durch klare Formen aufgreift und zugleich räumliche Tiefe erzeugt,
• Ursula Meyer, die einen fantasievollen und detailreichen Entwurf einreichte.
Mit der Umsetzung des Siegerentwurfs wird im Laufe des Jahres begonnen. Ziel ist es, die Fassade in der Zeppelinstraße künstlerisch aufzuwerten und zugleich ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft, Vielfalt und lokale Geschichte zu setzen.
