„MWB blickt auf eine über 110 jährige Geschichte zurück, deshalb haben wir eine Chronik in Auftrag gegeben, von der wir bald auch an dieser Stelle berichten.“
Frank Esser, Vorstandsvorsitzender.

Geschichte

Für manche sind Tradition und Vergangenheit „von gestern“. Andere hingegen erkennen anhand einer Unternehmensgeschichte die Meilensteine von Wachstum und Entwicklung.

In jedem Fall aber erhält das neumodische Wort der „Nachhaltigkeit“ durch die über 110 jährige Geschichte von MWB seine Berechtigung!

MWB. Eine kleine genossenschaftliche Erfolgsgeschichte.

1898 gründen 23 Mülheimer, unter ihnen August Kirchberg, die „Spar- und Baugenossenschaft evangelischer Bürger und Arbeiter Mülheim an der Ruhr“ und legen somit den Grundstein für die „Mülheimer Wohnungsbau“.

Aktiv und gemeinsam wollen die meist aus dem Handwerksberuf stammenden Gründer gegen die Wohnungsknappheit kämpfen. Schon 1899 sind an der Kreuzstraße in Holthausen die ersten Doppelhäuser bezugsfertig.

Im Jahre 1906 kommt die Genossenschaft durch die Übernahme des in Zahlungsschwierigkeiten geratenen „Allgemeinen Spar- und Bauvereins Mülheim“ zu ihren ersten Miethäusern.

1921 errichtet die Genossenschaft 238 `Wohngelegenheiten` (Mietwohnungen) und 116 Einfamilien-Doppelhäuser. In den 20er Jahren werden ca. 200 weitere Wohnungen gebaut; jedoch nur als genossenschaftlicher Gemeinschaftsbesitz, da der Eigenheim-Erwerb für die meisten Mitglieder in dieser Zeit nicht mehr zu finanzieren ist.

Aus den Jahren 1930–1945 liegen nur wenige, sehr unvollständige Unterlagen vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass auch die Genossenschaft in den Jahren 1939–1945 von „Zwangsarbeitern“ Gebrauch gemacht hat. Es kann – eigenen Recherchen nach – ausgeschlossen werden, dass die Genossenschaft selbst Zwangsarbeiter beschäftigte.

Dies gilt aber nicht für Firmen, die von der Mülheimer Wohnungsbau Aufträge erhielten. Anmerkung der Redaktion: MWB sieht sich hier in der Verantwortung und zahlt gemeinsam mit anderen Wohnungsbauunternehmen in den Zwangsarbeiterfonds ein.

Das Naziregime beeinflusst auch die Geschichte der Genossenschaft. So müssen sich 1942 durch den sogenannten „Gleichschaltungserlass“ die beiden in Mülheim bestehenden Wohnungsgenossenschaften „Spar- und Bauverein“ sowie der „Spar- und Baugenossenschaft Eigenheim Mülheim an der Ruhr“ zusammenschließen. Die neue Genossenschaft erhält den Namen „Mülheimer Wohnungsbau eGmbH“ und verfügt über 347 Häuser und 1.612 Wohnungen.

Die 50er Jahre stehen ganz im Zeichen des Wiederaufbaus. Staatliche Wohnungsbauprogramme sorgen dafür, dass der durch Kriegszerstörungen bedingte Wohnungsmangel in den Städten beseitigt wird. Die Mülheimer Wohnungsbau verdoppelt ihren Wohnungsbestand in diesen 10 Jahren auf knapp 3.000 Wohnungen.

60er und frühe 70er Jahre: Durch Zuwanderungen und Änderung der Wohnbedürfnisse ändert sich die  Wohnraumnachfrage. Erstmals fungiert die baut die Genossenschaft als Bauträger, in dem sie Eigenheime und später auch Eigentumswohnungen verkauft. Zeitgleich beginnt - schon frühzeitig - die umfangreiche Modernisierung von Bestandswohnungen.

Die Bautätigkeit der Genossenschaft nimmt in dieser Zeit größere Dimensionen an: der Neubau „am Bottenbruch“ mit 120 Wohneinheiten und auch die Siedlung an der „Lerchenstraße“ sind wichtige Großprojekte.

An der Lerchenstraße entstehen in mehreren Bauabschnitten innerhalb von 5 Jahren Miet- und Eigentumswohnungen mit Tiefgaragenstellplätzen.

Mitte der 70er Jahre bis 1982:

Auch die Genossenschaft ist von der allgemeinen Krise des Wohnungsbaus betroffen. So heißt es in den Geschäftsberichten von 1977 bis 1982: die Zahl der Baugenehmigungen und Baubeginne sei auf den tiefsten Stand seit 1950 zurückgefallen.

Im Jahr 1980 kommen der private, wie auch der öffentlich geförderte Mietwohnungsbau zum Erliegen. Steigende Baukosten, hohe Zinsen und in utopische Höhen gestiegene Grundstückspreise tragen ihren Teil dazu bei.

90er Jahre: Mit Wirkung zum 1. Januar 1990 verliert die Mülheimer Wohnungsbau ihre Wohnungsgemeinnützigkeit und wird zu einem steuerpflichtigen Unternehmen. 1991 erwirbt das Unternehmen zwei große Siedlungen mit insgesamt 354 Wohnungen: 18 Mehrfamilienhäuser an der Moritzstraße in Styrum sowie die Saliersiedlung in Broich. Durch den Kauf der Immobilien unterstützt sie die dortigen Mieter gegen die drohende Einzelprivatisierung ihrer Wohnungen bzw. Häuser.

In den 90er Jahren wird die Genossenschaft auf unterschiedlichen Geschäftsfeldern aktiv. Dies führt in 1994 zur Gründung der Tochtergesellschaft „Mülheimer Wohnungsbau- Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH“, die vor allem Eigentumswohnungen verwaltet und für den Bau von Eigenheimen zuständig ist.

Im Jahre 2000 ist die Mülheimer Wohnungsbau erneut im Bauträgergeschäft tätig und führt damit die in den 70er Jahren begonnene Tradition fort. Es entstehen 24 Reihen-Einfamilienhäuser in Mülheim-Styrum.

2001: Verabschiedung des langjährigen Vorstandsmitglieds Hans Jürgen Willmann,  neues Vorstandsmitglied wird Frank Esser

2002 wird das neue Verwaltungsgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße 2 bezogen. Es werden weitere 24 Reiheneinfamilienhäuser in Mülheim-Styrum realisiert.

In den Jahren 2003/2004 ist die Genossenschaft in unterschiedlichen Bereichen aktiv. Sie ist die erste Wohnungsgesellschaft, die ein Qualitätssiegel im Bereich der Gerontologie für ihre Betreuung der älteren Mitglieder erhält.

Die Neubautätigkeiten im Bereich des Mietwohnungsbaus sowie des Bauträgergeschäftes werden ausgeweitet. Durch Immobilienankäufe wächst der Wohnungsbestand; außerdem wird die Genossenschaft Eigentümerin des Gebäudes Wiesenstr. 35, des ehemaligen Stammsitzes von August und Joseph Thyssen, dem jetzigen „Haus der Wirtschaft“.

2005 wird das Haus der Wirtschaft mit Gründerzentrum an der Wiesenstraße 35 als erstes Teilprojekt von Ruhrbania eröffnet. Die MWB hat als Projektsteuerin den Umbau gemanagt und vermarktet nun gemeinsam mit Mülheim & Business die Räumlichkeiten.

Im Jahre 2006 beschließt der Aufsichtsrat die Gründung einer Projektentwicklungsgesellschaft („SMW GmbH“) zusammen mit der Sparkasse Mülheim an der Ruhr.

Aufgabe der Gesellschaft ist die Entwicklung und Vermarktung des ehemaligen Bundesbahngeländes an der Duisburger Straße. Am Steinknappen entstehen weitere 28 Reiheneinfamilienhäuser, die durch den Geschäftsbereich „Vertrieb/Bauträgergeschäft“ vermarktet werden.

Im Dezember erfolgt die Grundsteinlegung für ein gemeinsames Wohnheimprojekt an der Gracht mit dem Caritasverband Mülheim an der Ruhr e.V.. , Anfang November 2007 findet die offizielle Übergabe statt.

Nach 25 Jahren nebenamtlicher Vorstandstätigkeit und Geschäftsführung der Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft scheidet Bodo Scheibel am 31. August 2007 aus seinem Amt. Er hat zwei Nachfolger: Nebenamtlicher Vorstand wird Oliver Willems. Geschäftsführer der Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft wird der bisherige Prokurist und heutige Vorstand Jürgen Steinmetz.

In 2007 findet das gemeinsame Projekt mit dem Caritasverband seinen Abschluss. Anfang November erfolgt die offizielle Übergabe.

Nach 25 Jahren nebenamtlicher Vorstanstätigkeit und Geschäftsführung der Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft scheidet Bodo Scheibel am 31. August 2007 aus seinem Amt. Er bekommt gleich zwei Nachfolger:

Nebenamtlicher Vorstand wird Oliver Willems. Der Dipl.-Ing. für Raumplanung gehört bereits seit 2000 dem Aufsichtsrat an und kennt die Genossenschaft bereits gut. Geschäftsführer der Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft wird der bisheriger Prokurist Jürgen Steinmetz, der bereits seit 1986 für die MWB tätig ist.

Zum 1. Januar 2008 übernimmt die Mülheimer Wohnungsbau eG die ehemaligen Häuser der Gemeinnützigen Wohnungsbau eG Oberhausen am Haydenweg 1-13, Karlsruher Straße 18-26, Hundsbuschstraße 72-82 sowie Beethovenstraße 3,5,5a in ihren Bestand.

Änderungen im Genossenschaftsgesetz machen eine Überarbeitung der Satzung notwendig. Im Zuge dessen nehmen die Organe der Genossenschaft eine Namensänderung vor. Die Genossenschaft firmiert jetzt unter „Mülheimer Wohnungsbau eG“.

Aufgrund der wachsenden Mitarbeiterzahl in der Geschäftsstelle müssen neue Büroräume gefunden werden. Durch den Erwerb des Gebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße 6 können nach umfangreichen Umbaumaßnahmen im April 2008 neue Büros bezogen werden. Im Erdgeschoss findet der im Jahr 2008 von MWB gegründete Mülheimer Nachbarschaft e.V. in einem Ladenlokal sein Zuhause.

Als hundertprozentige Tochter der Genossenschaft wird die Projektentwicklungsgesellschaft Mülheimer Facility Management GmbH (MFM) gegründet. Es ist ein Kooperation mit der medl GmbH, der SWB GmbH und der Sparkasse Mülheim an der Ruhr. Ziel ist die Durchführung von Sanierungs- und Neubaumaßnahmen - insbesondere an öffentlichen Gebäuden - und deren Bewirtschaftung.

Die Stiftung evangelisches Kranken- und Versorgungshaus Mülheim an der Ruhr und die Mülheimer Wohnungsbau eG gründen eine Gesellschaft mit dem Ziel, ein Altenpflegeheim an der Scheffelstraße zu errichten.

An der Scheffelstraße hat die Mülheimer Wohnungsbau eG in Kooperation mit der Stiftung evangelisches Kranken- und Versorgungshaus Mülheim an der Ruhr ein Wohn- und Pflegeheim für 101 Senioren errichtet. Betreiberin ist die Ev. Wohnstift Dichterviertel GmbH, an der die Genossenschaft mit 25 % beteiligt ist.

Mit einem großen Sommerfest feiert die Mülheimer Wohnungsbau eG mit ihren Mitgliedern auf einem Parkplatzgelände an der Hundsbuschstraße ihr 111-jähriges Bestehen.

In 2010 kauft MWB das Haus Kuhlendahl 106a von der Mülheimer Sozialholding GmbH. Eine Bestandswohnung wird im Rahmen eines Azubi-Projektes zur Gäste- und Musterwohnung umgebaut. Mehrerer Großmodernisierungen werden durchgeführt. Das Unternehmen wird mit den Qualitätssiegeln „Ökoprofit“, TOTAL E-QUALITIY und mit dem Zertifikat „Audit Beruf und Familie“ ausgezeichnet.

Die Tochtergesellschaft Mülheimer Wohnungsbau- Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbh übernimmt Aufgaben des Generalplaners für die Evangelische Hospiz gGmbH, die das Haus Friedrichstraße 40 zum ersten stationären Hospiz in Mülheim an der Ruhr umbaut. Auf den Dächern der Häuser Auf der Wegscheid 6-26 werden fünf Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 116 Kilowatt peak (KWp) installiert.

Im Jahr 2011 kommen sieben weitere Photovoltaikanlagen an der Buggenbeck mit einer Leistung von 144 KWp hinzu.

Beginn des Baus der Hauptfeuer- und Rettungswache durch die Projektgesellschaft „SMW GmbH“, an der MWB beteiligt ist.

Gründung der Ruhr 12.0 Projektgesellschaft mbH & Co. KG mit der August Heine Baugesellschaft AG und der Immobilienberatung Heinz-Jochen Hoffmeister. Die Mülheimer Wohnungsbau eG hält 45,5 Prozent der Gesellschaft, deren Zweck die Errichtung einer Wohn- und Gewerbeimmobilie ist. An der neu gegründeten „MHH Verwaltungsgesellschaft mbH“ ist die Genossenschaft ebenfalls zu 45,5 Prozent beteiligt.

Der Planungsprozess für das Gemeinschafts- Wohnprojekt an der Brüsseler Allee, der Gartenhöfe Saarn, beginnt mit dem Ziel, zukünftige Bewohner schon frühzeitig bei der Gestaltung ihrer Mietwohnungen zu beteiligen.

Es finden umfangreiche Fenstererneuerungen und Fassadensanierungen im Bestand statt. Die Immobilie Friedrich-Ebert-Straße 4 wird erworben.

Fertigstellung der Hauptfeuer- und Rettungswache an der Duisburger Straße durch die SMW GmbH und Veräußerung an einen abgeschlossen Immobilienfonds, der Hannover Leasing. Die an die Feuerwache angrenzenden Flächen werden an den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW verkauft, der dort den Bau der Hochschule Ruhr West („HRW“) realisiert.

Die SMW GmbH, an der MWB beteiligt ist, erwirbt das ca. 42.000 m² große Gelände der Firma Lindgens GmbH am Kassenberg.

Beginn der Großmodernisierung der denkmalgeschützten „Saliersiedlung“ in Broich, der mit 223 Wohnungen größten Siedlung im Bestand.

Die Genossenschaft erwirbt weitere Immobilien: den Wohn- und Geschäftshauskomplex Friedrich-Ebert-Straße 1-17, die Leineweberstraße 32 sowie den Berliner Platz 6 und 8. Es wird ein Kaufvertrag zum Erwerb des Hauses Senfkorn, Klosterstraße 60, von der katholischen Kirchengemeinde Sankt Mariä Himmelfahrt in Saarn, geschlossen.

Erfolgreiche Re-Auditierung „Audit Beruf und Familie“. Die Tochtergesellschaft Mülheimer Wohnungsbau Baubetreuungs- und Verwaltungsgesellschaft mbh managt den Umbau des Hospiz an der Friedrich-Ebert-Straße 40 als Generalübernehmer.

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